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Zitat aus der Satzung der Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland e.V.:
"Ziel des Vereins ist der Klimaschutz und die Erhaltung und Verbesserung der Luft-, Wasser- und Lebensqualität in Ostfriesland sowie die Förderung einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Entwicklung in der Region.
Dazu gehört es insbesondere, die Planung, den Bau und den Betrieb von Steinkohlekraftwerken in Ostfriesland zu verhindern. ..."
Der dänische Energiekonzern DONG Energy wollte in Emden ein 1600 MW Kohlekraftwerk auf dem
"Rysumer Nacken" bauen. Dieses Vorhaben ist glücklicherweise gescheitert.Wir freuen uns sehr, dass der dänische Staatskonzern von diesen Plänen Abstand genommen hat, bleiben aber auch in Zukunft wachsam, damit kein anderer Energiekonzern dort ein schmutziges Kohlekraftwerk bauen kann.
Unterstützen Sie uns dabei, den Bau von Klimakillern zu verhindern!
Es sind gerade Menschen in armen Ländern, die der Klimawandel am
härtesten trifft. Jedes neue Kohlekraftwerk, das in Deutschland ans
Netz geht, beschleunigt den Klimawandel. Der neue Kinospot von Oxfam
Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung macht diese Zusammenhänge
deutlich. Er wurde am 14. Februar während der 60. Berlinale der
Öffentlichkeit präsentiert und ist nun hier zu sehen.
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SPD und Grüne arbeiten an Resolution gegen das Kohlekraftwerk. CDU schwankt noch. Scharfe Kritik an dänischem Unternehmen.
Emden. Mit erneut deutlicher Kritik am Verhalten des dänischen Energieunternehmens DONG und der Ankündigung einer gemeinsamen Resolution gegen den Bau eines Kohlekraftwerkes in Emden haben sich am Donnerstagabend die Mitglieder der beiden Ratsausschüsse für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Wirtschat, Hafen und Tourismus positioniert.
Den kompletten Artikel lesen sie in der gedruckten Ausgabe der Emder Zeitung.
Ratsmehrheit will politisches Signal gegen Kohlemeiler setzen
mg
So wie dieses Kraftwerk in Voerde am Rhein könnte das Emder Kraftwerk an der Ems aussehen. Links der Kühlturm, aus dem Wasserdampf emporsteigt (Bild: DPA)
SPD, FDP und Grüne sind sich einig:. Nur die CDU will weiter Informationen sammeln.
Emden - Die Mehrheit des Emder Rates will möglichst rasch ein politisches Signal gegen den Bau eines Kohlekraftwerkes setzen. Dafür haben sich am Donnerstag Sprecher der Fraktionen von SPD, FDP, Grünen und Linken in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung und Umwelt sowie für Wirtschaft, Hafen und Tourismus übereinstimmend ausgesprochen. Ziel ist eine gemeinsame Resolution. Die Grünen haben dafür bereits einen ersten Entwurf vorgelegt.
Nur wenige Stunden zuvor hatte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in Emden bei einer Festveranstaltung der Handwerkskammer für Ostfriesland noch für einen Kohlemeiler geworben und die ablehnende Haltung in Emden indirekt kritisiert. Wie berichtet, plant der dänische Energiekonzern Dong ein 800-Megawatt-Kraftwerk. Er will zunächst den Standort im Wybelsumer Polder auf Tauglichkeit prüfen.
Unabhängig von der rechtlichen Situation müsse Dong frühzeitig zu spüren bekommen, „dass wir sie hier nicht wollen“, sagte SPD-Fraktionschef Hans-Dieter Haase. Er kritisierte ebenso wie weitere Redner, dass die Dänen ihr Vorhaben bislang nicht in Emden vorgestellt haben und hinter verschlossenen Türen verhandelten.
Ralf Fooken (FDP) hält es ebenfalls für „wichtig, ein Signal zu setzen“. Seine Fraktion lehne ein Kohlekraftwerk nach dem derzeitigen Stand der Technik ab. Wenn es aber nicht zu verhindern sei, müsse es auf dem Rysumer Nacken und wegen der Nähe zu Wohnsiedlungen nicht im Wybelsumer Polder gebaut werden. „Ich hoffe, dass es gelingt, eine gemeinsame Plattform zu finden“, sagte Grünen-Fraktionssprecher Bernd Renken. Er appellierte auch an die CDU-Fraktion, sich zu beteiligten.
Die Christdemokraten haben sich zur Frage des Kohlekraftwerkes bislang noch nicht erklärt. Sie wollen erst weitere Informationen sammeln. Fraktionschef Helmut Bongartz glaubt nicht, dass ein Kohlemeiler juristisch zu verhindern sei. „Politik kann Recht nicht ersetzen“, so Bongartz. Hinzu komme, dass man „nicht unter dem Diktat der Zeit“ stehe.
Die Frage von Renken, ob die Stadt durch einen neuen Bebauungsplan mehr Einfluss auf den Kraftwerksbau nehmen könnte, verneinte Stadtbaurat Andreas Docter ohne Wenn und Aber: „Der landet sofort im Papierkorb, weil ein Bebauungsplan als Verhinderungsplan nie genehmigt werden würde.“
20 Prozent aus erneuerbaren Energien reichten nicht, um die Klimaziele zu erreichen. Trotzdem plädierte er für ein Kohlekraftwerk in Emden.
Emden - Deutschland kann seine Klimaschutzziele nur erreichen, wenn erneuerbare Energien wie die Windenergie weiter ausgebaut werden. Bei einer Festveranstaltung gestern zum 100. Geburtstag der Handwerkskammer für Ostfriesland in der Emder Johannes-a-Lasco-Bibliothek warb Ministerpräsident Christian Wulff gleichzeitig für den Bau eines Kohlekraftwerks in Emden.
Den Ausbau der Windenergie in Ostfriesland bezeichnete Wulff als „Erfolgsgeschichte“. Deutschland habe sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 20 Prozent der klimaschädlichen Abgase einzusparen und den Anteil der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent zu schrauben. „Wir brauchen aber mehr erneuerbare Energie. Ich bin sicher, dass 20 Prozent zu wenig sind, um die Klimaschutzziele zu erreichen“, sagte Wulff.
Zudem müssten aber neue Kraftwerke auf Basis fossiler Brennstoffe errichtet werden. „Es ist die Frage, ob wir Energie selbst erzeugen oder teuer aus dem Ausland kaufen“, so Wulff. Indirekt kritisierte er die ablehnende Haltung in Emden: „Solche Kraftwerke kommen dorthin, wo man für Industriepolitik offen ist.“
Wulff besuchte gestern auch die Reederei Frisia in Norddeich. Dort versprach der Ministerpräsident unter anderem, dass er sich dafür einsetzen werde, dass die Fahrrinne nach Norderney entschlickt wird.
Die Politiker aus Ostrhauderfehn kommt gerade von Gesprächen in Washington zurück. Er erwartet, dass die nächste US-Regierung mehr Augenmerk auf die Umweltpolitik legen wird. Aber auch Europa habe noch viele Hausaufgaben zu erledigen. Der Emissionshandel habe im ersten Anlauf nicht funktioniert.
OZ: Herr Groote, Sie kommen gerade aus den USA zurück und haben mit ihren Kollegen über das Thema Klima geredet. Tut sich endlich was in den USA? Matthias Groote: Wir haben mit den Senatoren Joe Lieberman, John Warner und Jeff Bingaman gesprochen und festgestellt: Es tut sich was. Ich gehe davon aus, dass spätestens nach den Präsidentschaftswahlen auch in den USA ein Emissionshandel eingeführt wird. OZ: Das sagen Politiker immer: Es wird sich vielleicht etwas tun . . . Groote: . . . aber diesmal ist das anders. Alle drei Präsidentschaftskandidaten legen ein sehr starkes Augenmerk auf das Thema Klimawandel. Wir haben in unseren Gesprächen festgestellt, dass alle Parteien Angst vor dem Klimawandel haben. Die Wissenschaft findet mehr Gehör, es setzt sich die Erkenntnis durch, dass etwas getan werden muss. Die Amerikaner wissen, dass spätestens in Kopenhagen ein Nachfolger für das Kyoto-Protokoll auf den Weg gebracht werden muss. OZ: Eigentlich können Sie als Europäer mit breiter Brust mit Ihren amerikanischen Kollegen sprechen, weil Europa beim Umweltschutz weit vorn ist, oder? Groote: Eigentlich nicht, denn wir sind nicht so gut in der Bekämpfung des Klimawandels, wie wir uns das wünschen. Die erste Periode des Emissionshandels in Europa war nicht sehr berauschend. Es sind zu viele Zertifikate kostenlos ausgegeben worden. Die Stromkonzerne haben diese Zertifikate eingepreist . . . OZ: . . . zu deutsch: Die Konzerne haben sie geschenkt bekommen und die Verbraucher trotzdem dafür zahlen lassen. Groote: Genau. Das hat die Europäische Kommission zum Anlass genommen, in der nächsten Periode die Zertifikate zu 100 Prozent zu versteigern. OZ: Hat der plötzliche Bauboom für Kohlekraftwerke etwas damit zu tun, dass die kostenlosen Zertifikate auslaufen? Groote: Das glaube ich nicht. Jeder Energiekonzern muss pro Jahr für seine Kraftwerke Zertifikate kaufen. Deshalb werden Kohlekraftwerke ab 2013 unwirtschaftlicher. OZ: Woher kommt dann der Boom? Groote: Wir haben viele veraltete Kraftwerke, die zum Teil über 40 Jahre alt sind und jetzt ersetzt werden müssen. OZ: Aber warum ausgerechnet Kohle? Groote: Das liegt unter anderem daran, dass wir in der Bundesrepublik keine neuen Atomkraftwerke haben wollen. OZ: Also werden klimaschädliche Kohlekraftwerke gebaut. Groote: Kohlekraftwerke machen nur dann Sinn, wenn sie mit CCS-Technologie ausgerüstet sind. Da sind wir uns übrigens mit unseren amerikanischen Kollegen einig. OZ: Das ist aber teuer. Groote: Das ist sehr teuer. Aber wir haben nur eine Chance, den Kampf gegen den Klimawandel zu gewinnen, wenn wir diese Technologie einsetzen. Die USA und auch die Chinesen werden nicht auf Kohlekraftwerke verzichten. OZ: In Dörpen, in Stade und in Emden sind Kohlekraftwerke geplant, in Wilhelmshaven ist der Bau schon genehmigt. Was sagt der Umweltpolitiker dazu? Groote: Alte Technik ist ohne Wenn und Aber klimaschädlich. Ich setze große Hoffnung auf die besagte CCS-Technologie. Sie funktioniert, die einzelnen Komponenten werden schon eingesetzt. Wir müssen schleunigst ein Demonstrationskraftwerk auf den Weg bringen, damit diese Technologie für alle Kraftwerke zu Verfügung gestellt werden kann. OZ: Sie gehören also auch zu denen, die sagen: Kein Kohlekraftwerk in Emden. Groote: Ich sage: Generell kein Kohlekraftwerk mit alter Technik. OZ: Und was sagen Sie dazu, was auf der anderen Seite des Dollart passiert? Die Niederländer erweitern in Sichtweite von Emden ihre energieintensive Chemie-Industrie und bauen ihre Gaskraftwerke aus. Das passt doch nicht. Groote: Das gleiche passiert auch in Deutschland. Generell müssen wir weg von fossilen Energieträgern. Es gibt einen Gesetzesvorschlag, in dem wir festschreiben wollen, das ab 2020 in Europa 20 Prozent unserer Primärenergie aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen. Mit der nächsten Stufe des Emissionshandels wird der Druck stärker, effiziente und klimafreundlichere Anlagen zu bauen. Das gilt für die niederländischen Betreiber genau so wie für die französischen, dänischen oder deutschen. OZ: Wenn Sie sagen, dass Strom in Zukunft immer klimafreundlicher erzeugt werden muss, heißt das gleichzeitig, dass Strom immer teurer wird. Groote: Bei knappen Ressourcen, bei größerer weltweiter Nachfrage steigt der Preis : so ist das. OZ: Und Sie machen es extra teuer, weil Sie besonders teure Technologie in den Kraftwerken verlangen. Groote: Nein. Wir machen Druck, dass einerseits der Strom klimaschonend herstellt wird, aber gleichzeitig drängen wir auch darauf, dass wir effizienter damit umgehen, also weniger verbrauchen. Beispiel Autos: In Ostfriesland sind die Menschen auf das Auto angewiesen, der Benzinpreis steigt, also drängen wir darauf, dass die Autos effizienter werden. Wir haben ökologisch, aber auch ökonomisch nichts zu verschenken. OZ: Das klingt schön. Aber was bedeutet das konkret? Groote: Wir wollen Anreize, mehr schadstoffarme Autos zu bauen. Es soll nicht nur Strafzahlungen für die Hersteller geben, die mit ihren Fahrzeugen die vorgeschriebenen Schadstoffwerte nicht einhalten. Mein Vorschlag, den ich vor drei Wochen eingebracht habe: Die Hersteller, die energieeffiziente Autos auf den Markt bringen, werden belohnt. " „Die Parteien in den USA haben Angst vor dem Klimawandel“ " „Wir haben ökologisch, aber auch ökonomisch nichts zu verschenken“
Streit über Resolution zu Kohlekraftwerken in der Region
wom
Die Grünen mobilisieren aber weiter in der Öffentlichkeit. In der Fußgängerzone veranstalteten sie jetzt eine Klimaaktion.
leer - Kohlekraftwerke sind den Grünen ein Graus. Im Kreisverband Leer gelten sie als „Anlagen mit veralteter Technik, die nur Dreck in die Luft pusten“. Deshalb suchte die Fraktion im Kreistag nun den Schulterschluss, um mit einer gemeinsamen Resolution gegen diese „Klimakiller“ den Bau neuer Kraftwerke in der Region zu verhindern.
Zu ihrem großen Erstaunen mussten die Grünen feststellen, dass die Resolution nicht mehrheitsfähig war. Dabei konnte sich die Partei doch auf prominente Mitstreiter berufen: In einer Resolution hatten sich nämlich die ostfriesischen Inseln gegen Kohlekraftwerke in der Region ausgesprochen, um die Luft sauber zu halten.
Auch die Grünen-Kreistagsfraktion betonte, dass reine Luft und eine intakte Natur „elementare Voraussetzungen für Ostfriesland als Tourismusregion“ seien. Hinzu komme, dass die Region eine Spitzenposition bei den erneuerbaren Energien einnehmen könne; da wären Kohlekraftwerke nur kontraproduktiv.
„Die Mitglieder des Kreistages lehnen den Bau von Kohlekraftwerken in der Region ab“ : einfach, aber rigoros hatten die Grünen ihren Resolutionstext formuliert. Aber auf so eine kategorische Ablehnung wollte sich die Mehrheit nicht einlassen.
Die Kreisverwaltung mit Landrat Bernhard Bramlage (SPD) an der Spitze hatte bereits eine alternative Resolution vorbereitet, die mit einer kleinen Änderung auf Antrag der SPD/FDP-Gruppe mehrheitlich beschlossen wurde. Darin heißt es: „Der Landkreis Leer spricht sich gegen den Bau von Kohlekraftwerken in der Region aus, wenn sie nach dem heutigen Stand der Technik und der aktuellen Gesetzeslage errichtet werden. Neue Kraftwerke müssen dem Gesamtbild der Region und ihren Entwicklungszielen Rechnung tragen.“ Das ist ein „Nein, aber“: Neue Kraftwerke sind also nicht ausgeschlossen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen: „Notwendig ist die Einbeziehung der Kraft-Wärme-Kopplung in die Kohlekraftwerkplanung und eine CO2-Abscheidung.“
In der Resolution ist auch davon die Rede, dass Wirtschaft und Bevölkerung sicher, kostengünstig und umweltverträglich mit Energie versorgt werden müssen: „Dafür ist aber auch mittel- und langfristig ein breiter Energiemix unverzichtbar.“
Die Kraftwerke in Deutschland müssten zum Teil erneuert werden. Wenn der Zeitplan für den Ausstieg aus der Atomenergie eingehalten werden solle, könne man auf Kohlekraft noch nicht verzichten.
Die Grünen im Landkreis Leer allerdings machen weiter mobil gegen neue Kohlekraftwerke. In der Fußgängerzone in Leer veranstalteten sie jetzt eine Klimaaktion, bei der sie für den Klimaschutz warben. Kreistagsabgeordnete Mechthild Tammena aus Leer war mit dem Zuspruch und den Diskussionen am Stand sehr zufrieden: „Das ist gut angekommen.“
Der Emder Oberbürgermeister Alwin Brinkmann lehnte während der Veranstaltung erneut die Kohlekraft-Pläne für Emden ab.
Emden - Die Firma Bard Engineering hat am Sonnabend auf dem Rysumer Nacken bei Emden offiziell zwei Protoypen von Windanlagen in Betrieb genommen. Die Fünf-Megawatt-Anlagen vom Typ „Bard VM“ sind baugleich mit denen, die im nächsten Jahr rund 100 Kilometer nordwestlich von Borkum aufgestellt werden sollen.
Zur Zeremonie waren knapp 400 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik gekommen : unter ihnen der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Er lobte das Engagement und den Mut des Emder Unternehmens, das seine Projekte mit „großem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten“ vorantreibe: „Sie leisten Pionierarbeit.“ Ohne funktionierende Offshore-Windparks werde Deutschland seine selbstgesteckten Klimaziele nicht erreichen, so Wulff.
Auch der Emder Oberbürgermeister Alwin Brinkmann (SPD) lobte die rasante Entwicklung von Bard. Das 2003 in Bremen gegründete Unternehmen beschäftigt inzwischen nach eigenen Angaben knapp 300 Mitarbeiter im Nordwesten : und will das Personal weiter kräftig aufstocken.
Der Windpark Bard Offshore 1 soll mit 80 Fünf-Megawatt-Anlagen bestückt werden und ab 2010 Strom liefern. „Damit können dann rund 400 000 Haushalte versorgt werden“, sagte Bard-Geschäftsführer Heiko Roß.
Während des Festaktes lehnte Oberbürgermeister Brinkmann erneut den Bau eines Kohlekraftwerkes in Emden ab. „Wir dürfen unser Markenzeichen nicht verschleudern“, sagte er bezogen auf den Ruf, den Emden sich als Standort der Energiegewinnung aus regenerativen Quellen erworben habe. Wulff war vor dem Festakt von rund 20 Emder Kohlekraftgegnern abgefangen worden. „Das Gespräch war sehr konstruktiv“, sagte ein Sprecher.
Emden „Der Kreisverband Emden von Bündnis 90/Die Grünen lehnt den Neubau von Kohlekraftwerken aus Klimaschutzgründen ab.“ Diese Resolution haben die Emder Bündnisgrünen einstimmig während ihrer Mitgliederversammlung getroffen. Sie wenden sich damit gegen Pläne, Kohlekraftwerke in Emden, Dörpen und Wilhelmshaven zu bauen.
Für Ostfriesland stelle diese Planung eine besondere Bedrohung dar: „Weil Ostfriesland als Küstenregion besonders von den Folgen der Klimaerwärmung bedroht ist.“ Zudem könne der „hart erarbeitete Ruf“ als Region der erneuerbaren Energien verloren gehen, befürchten die Bündnisgrünen. Ostfriesland habe besonders viel zu verlieren.
Einstimmig beschloss die Versammlung zudem, dass der Emder Kreisverband der Bürgerinitiative „Saubere Luft“ beitritt. Diese wendet sich gegen die Pläne, ein Kohlekraftwerk zu bauen.
Leer - Auf Antrag der Fraktion der Grünen im Rat der Stadt Leer hat der Stadtrat folgende Resolution beschlossen: „Der Rat der Stadt Leer wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen den Bau und Betrieb neuer Steinkohlekraftwerke in unserer Region“.
Bürgerinitiative nennt sich „Saubere Luft Ostfriesland“
Es haben sich fünf Arbeitsgruppen gebildet. Dafür suchen die Kraftwerksgegner noch Mitstreiter.
Emden /PAN - Die Bürgerinitiative (BI) gegen die Ansiedlung eines Kohlekraftwerks in Wybelsum will ihren Protestzug unter dem Namen „Saubere Luft Ostfriesland“ fortsetzen. Auf diese Bezeichnung habe sich die 15-köpfige Koordinationsgruppe geeinigt, teilte der Wybelsumer Heinz Westermann im Anschluss an die Podiumsdiskussion (siehe Bericht oben) mit. „Nach langer Diskussion haben wir uns für eine positive Aussage entschieden“, so das Koordinationsgruppenmitglied. Die Namenswahl wurde vom Publikum mit Beifall aufgenommen.
Darüber hinaus hat die Koordinationsgruppe drei gleichberechtigte Sprecher benannt. Neben Westermann sind dies Susanne Gersema und Karl-Heinz Kehl. Außerdem haben sich fünf Arbeitsgruppen konstituiert, die sich mit den Themen Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen, Kraftwerkstechnik, Recht und Finanzen auseinandersetzen.
In Planung ist die Umwandlung der Initiative in einen Verein. Zurzeit werde geprüft, ob dies auch als lockere Verbindung ohne Eintragung in ein Vereinsregister möglich sei, sagte BI-Sprecher Kehl. „Viele unserer Mitglieder scheuen die formellen Vereinsstrukturen“, so der BI-Sprecher. Deshalb werde nach organisatorischen Alternativen gesucht. Sobald die Vereinsfrage geklärt sei, werde eine Internet-Plattform eingerichtet, so Westermann.
Die Koordinationsgruppe trifft sich jeden Freitag ab 20 Uhr in der Neuen Kirche in Wybelsum. Es werde dringend Verstärkung in den Arbeitsgruppen gebraucht, sagte BI-Mitglied Elsche Wilts. Ihr Appell blieb nicht ungehört. Noch am Abend trugen sich weitere Mitstreiter ein.
Für den 19. April planen Kraftwerksgegner eine Demonstration in der Emder Innenstadt. Dann ist in Emden auch die Müllsammel-Aktion „Saubere Stadt“ geplant.
Die Bauern sehen ihre Betriebe in Gefahr. Sie befürchten eine Verschmutzung der Böden.
Emden - Die Emder Landwirte lehnen den geplanten Bau eines Kohlekraftwerkes auf dem Wybelsumer Polder ab. Das teilte Kreisvorsitzender Jannes de Boer mit.
Die Bewirtschaftung erfolge seit eh und je im Einklang mit der Natur. Es würden für die Bevölkerung hochwertige Nahrungsmittel in konventioneller und biologisch-dynamischer Anbauweise erzeugt, so de Boer. Oberstes Ziel sei es, diese hohen Standards zu bewahren und sogar auszubauen. Grundlage für diese Nahrungsmittelproduktion seien aber intakte Böden und Umweltverhältnisse. Durch die Ansiedlung und den Betrieb eines Kohlekraftwerkes sehen die Emder Landwirte ihre Betriebe in Gefahr. Man könne davon ausgehen, dass die Umweltbelastung im Umkreis des Kraftwerkes stark ansteigen werde. „Die verfügbaren Technologien werden nicht ausreichen, einen umweltverträglichen Betrieb zu gewährleisten“, ist de Boer überzeugt.
Die Landwirte beklagen ohnehin einen hohen Flächenverbrauch für Baugebiete und Ausgleichsmaßnahmen. Das habe für sie Landverluste zur Folge. Ein weiterer Aspekt gegen ein Kohlekraftwerk sei die Ausrichtung Emdens als Hauptstadt der regenerativen Energien.
Es werde viel für dieses Image getan, und die Ansiedlung vieler Betriebe im Bereich alternativer Energien gebe dieser Ausrichtung Recht. Auch die Landwirte trügen ihren Teil bei in Form von Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für Biogasanlagen im Emder Stadtgebiet werde zudem bereits seit Jahren angeboten. " „Die verfügbaren Technologien werden nicht ausreichen“ " Jannes" de Boer
Pewsum /SR - Die Gemeinde Krummhörn lehnt den Bau eines Kohlekraftwerks im Wybelsumer Polder ab. Der Rat der Gemeinde votierte am Donnerstagabend in der Mensa des Schulzentrums einstimmig für eine Resolution gegen den Bau eines Kohlekraftwerks.
Die Resolution führt als Gründe vor allem den Schadstoff-Ausstoß, die Auswirkung des Kraftwerks auf das Landschaftsbild und die Folgen für den Tourismus an. „Ich werde die Resolution sofort dem Emder Oberbürgermeister Alwin Brinkmann zuschicken“, meinte Bürgermeister Johann Saathoff.
Emder Kohlekraft-Gegner fingen Wulff vor Festakt ab
joc
Emden / JOC - Auch wenn es bei der offiziellen Inbetriebnahme der Bard-Prototypen am Sonnabend um Energie aus Wind ging, spielte das in Emden vom dänischen Konzern Dong geplante Kohlekraftwerk eine Rolle. Man brauche einen ausgewogenen Energiemix, sagte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in seiner Rede. Dazu gehöre auch Strom aus Kohle. Der Emder Oberbürgermeister Alwin Brinkmann (SPD) nahm Wulffs Anspielung auf : und wies die Kohlekraft-Pläne für Emden erneut zurück. Statt auf Kohle solle man lieber auf Gas setzen, sagte er.
Vor dem Festakt hatte sich Wulff kurz mit einer Gruppe Emder Kohlekraft-Gegner unterhalten. Rund 20 Vertreter vom Verein „Saubere Luft Ostfriesland“ hatten den Politiker auf dem Weg zum Festzelt abgefangen.
„Wir haben Wulff an sein Wahlversprechen erinnert, den Ostfriesen kein Kohlekraftwerk aufzudrängen, wenn es nicht gewünscht sei“, sagte Vereinssprecher Karl-Heinz Kehl aus Wybelsum. Das Gespräch mit Wulff habe rund 20 Minuten gedauert und sei sehr konstruktiv gewesen: „Ich glaube, unsere Botschaft ist angekommen“, so Kehl.
Man habe Wulff Unterschriftenlisten angekündigt, deren Unterzeichner sich gegen das Kraftwerk in Emden aussprechen. „Der Ministerpräsident hat versprochen, seine Regierung werde die Kraftwerkspläne sehr, sehr genau prüfen“, sagte Kehl.
CDU und FDP haben von der Verwaltung Antworten auf Fragen zum Projekt im Wybelsumer Polder erhalten.
Emden /MG - Wenn der dänische Konzert Gong alle Voraussetzen für den Bau eines Kohlekraftwerks im Wybelsumer Polder erfüllt, kann die Stadt den Antrag nicht ablehnen. Das hat das Rechtsamt auf Anfrage der Emder CDU-Ratsfraktion klargestellt. Unzulässig sei ein Kraftwerk im Außenbereich nur dann, wenn öffentliche Interessen dagegen stünden und keine ausreichende Erschließung gesichert sei.
Für ein Kohlekraftwerk müsste Dong einen Antrag beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt stellen. Das Pläne für das Vorhaben werden laut Stadt öffentlich ausgelegt, wobei auch die Verwaltung eine Stellungnahme abgeben würde.
Die Stadt geht davon aus, dass die vorhandenen Straßen und Schienen für den Bau des Kraftwerks ausreichen, zumal das meiste Material per Schiff angeliefert werde. Dafür müsste allerdings ein Anleger gebaut werden. Derzeit werde ein Hafenentwicklungsplan erarbeitet.
Die FDP-Fraktion ist bei einem Kraftwerksbau der Meinung, dass : wenn überhaupt : ein Gaskraftwerk nicht im Wybelsumer Polder, sondern auf dem Rysumer Nacken gebaut werden sollte. Alles andere sei wegen der nahen Wohnbebauung in Wybelsum unsinnig. Stadtplaner Ulrich Fortmann wies darauf hin, dass ein solches Gaskraftwerk keinen unmittelbaren Hafenbezug habe und deshalb auch im Wybelsumer Polder stehen dürfe.